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21.9.2017 : 1:42 : +0200

Über uns

Sondermessung - Schadstoffarmer Aluminiumschweißdraht!

Hat das Herstellungsverfahren von Schweißdrähten einen Einfluß auf die Schadstoffemissionen beim Aluminiumschweißen?

Ein Bericht der SMBG - Süddeutsche Metall Berufsgenossenschaft - Messtechnischer Dienst

Einführung

Schweißdraht wird durch Ziehen eines 9,5 mm dicken Walzdrahtes in Drahtziehmaschinen auf den geforderten Schweißdrahtdurchmesser in mehreren Durchgängen gezogen. Verfahrensbedingt sind dabei verschiedene Drahtzieh- und Glühemulsionen erforderlich, die jedoch auf der Drahtoberfläche in geringen Mengen haften bleiben. Diese werden zwar teilweise nach der Herstellung wieder unter Einsatz von Chemie entfernt, lassen aber erneut einen gewissen Flüssigkeitsfilm auf der Oberfläche zurück. Unter der Prämisse, dass diese vorgenannten Verunreinigungen erhöhte Schweißrauchemissionen verursachen könnten, hat die MIGWELD GmbH aus 94405 Landau ein Produktionsverfahren entwickelt, bei der die Drahtoberfläche während der Produktion kontinuierlich in hohem Maße sauber gehalten wird.

Da der SMBG im Interesse Ihrer Mitgliedsbetriebe immer daran liegt, dass schadstoffärmere Verfahren in der Produktion angewendet werden, hat der Messtechnische Dienst sich dazu entschlossen, eine Sondermessung durchzuführen, um die positiven Aussagen des Herstellers zu überprüfen.

Versuchsdurchführung

Versuchsdurchführung
Versuchsdurchführung

Die Messungen wurden mit Unterstützung des BIA´s (Berufgenossenschaftliches Institut für Arbeitssicherheit) in Sankt Augustin in der Abteilung für die Überprüfung von Schadstoffemissionen durchgeführt.

In einer Prüfkabine wurde ein MIG-Schweißarbeitsplatz installiert. Um die beim Schweißen entstehenden Rauche bzw. Emissionen nahezu komplett zu erfassen, wurde ein spezielles Absauggerät mit integrierten Filtereinbauten eingesetzt.

Während der Versuche wurden auf sauberen Aluminiumblechen Stumpfnähte in Wannenposition mit verschiedenen Aluminiumschweißdrähten (alle vom Typ AlSi5) aufgebracht und die Schweißrauchemissionen in Form des einatembaren Staubes (Gesamtstaub) durch Wiegen der Filtereinsätze aus der Absauganlage vor und nach dem Versuch bestimmt. Für diese ersten Messungen hat man sich entschlossen, neben dem Produkt der Fa. MIGWELD zwei andere handelsübliche Aluminiumdrähte zu verwenden.

Versuchsergebnisse

Die durchgeführten Messungen haben gezeigt, dass die Emissionsrate des MIGWELD-Drahtes um ca. 60 % niedriger liegt als bei den ausgewählten handelsüblichen Aluminiumschweißdrähten.

Messergebnisse
Messergebnisse

Zusammenfassung

Die durchgeführten Messungen lassen eindeutig den Schluss zu, dass es durch eine optimierte Drahtfertigung möglich ist, die Schweißrauchemissionen beim Aluminiumschweißen deutlich zu reduzieren.

Genauere Aussagen zu Effektivität, Ursachen und Einflussfaktoren können jedoch erst nach der Durchführung von umfangreicheren Messungen gemacht werden.

Der Hersteller ist mit seinem neuartigem Fertigungsverfahren auf jedem Fall auf dem richtigen Weg, einen Beitrag zur weiteren Humanisierung des Schweißarbeitsplatzes zu leisten. Das sollte ein Ansporn für die anderen Drahthersteller sein.

Man muss sich aber im Klaren sein, dass durch den Einsatz dieses Drahtes keine ausreichende Lüftung und/oder Erfassung am Schweißarbeitsplatz überflüssig wird, und es sich vielmehr um eine ergänzende Maßnahme handelt.