Vorspülzeit beim Formieren
Rohrleitungen, nach Merkblatt DVS 0937 (2023), Abschnitt 6
So wird gerechnet
t [s] = 6 · π · di² · l / (400 · Q) · k
DVS 0937 nennt für Rohrleitungen diese Formel als ersten Anhaltspunkt. Der Bruch ist die Zeit, in der das Gas das Rohrvolumen genau einmal füllen würde. Der Faktor k berücksichtigt, dass sich Gas und Luft dabei vermischen: Für 100 ppm müssen etwa 7,6 Rohrvolumina durchströmen.
| Restsauerstoff | k |
|---|---|
| 1.000 ppm | 5,3 |
| 100 ppm | 7,6 |
| 50 ppm | 8,3 |
| 30 ppm | 8,6 |
| 10 ppm | 10,0 |
Was der Rechner nicht weiß
- Die Formel gilt für Rohrleitungen. Für Behälter und verwinkelte Bauteile gibt es keine einfache Berechnung.
- Doppelter Durchfluss halbiert die Spülzeit nur auf dem Papier. In der Praxis wirbelt zu viel Gas die Luft auf, und die Spülung dauert länger. Oft wirkt weniger Gas ohne Turbulenz besser.
- Undichte Stöße, feuchte Schläuche und Luft, die durch noch offene Verbindungen nachströmt, verlängern die Zeit.
- DVS 0937 nennt neben der Formel ein Diagramm, das kürzere Zeiten ergibt. Der Rechner nimmt die Formel, weil sie den Restsauerstoff berücksichtigt und auf der sicheren Seite liegt.
Messen statt schätzen
Die Feuerzeugprobe am Gasaustritt sagt nur, dass überhaupt Gas austritt, nicht wie viel Sauerstoff an der Wurzel ist. DVS 0937 empfiehlt ein Restsauerstoffmessgerät, das unter 10 ppm misst, mit der Sonde möglichst nah an der Schweißstelle.
Grundlage: Merkblatt DVS 0937:2023-05 „Wurzelschutz beim Schutzgasschweißen“, Abschnitt 6.